Lieblingsgäste (26): Tanja Sophie

In der Sammlung „Lieblingsgäste“ kommen die Besucher zu Wort und präsentieren ihre Lieblingssätze aus Literatur und Pop. Im 26. Teil stellt Tanja Sophie ihre Favoriten vor – eine skeptisch gestimmte Mischung aus schlauen Formulierungen, von Byung-Chul Han über Beck bis Thomas Bernhard. Tanja Sophie heißt eigentlich Tanja Sophie Dück, zieht aber ihren zweiten Vornamen ihrem Nachnamen vor. Die Wahlmünchnerin aus Niedersachsen ist besessen von Sätzen als Muster. Über sich selbst sagt sie: „Ich schreibe Bücher, die ich nicht veröffentliche. Selbstsabotage. Bibliotheksangestellte.“

Tanja

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Friebe sei mit euch

„Nackte Angst, zieh dich an, wir gehen aus.“

Jens Friebe: „Nackte Angst, zieh dich an, wir gehen aus“ (0:45), auf: Nackte Angst, zieh dich an, wir gehen aus (2014).

Es gibt Pop-Alben, die sind nicht zu fassen. Weil sich die Texte als poetische Perlenketten entpuppen, deren Schönheit man nur erahnen kann, schon sind sie einem wieder entglitten. Nun ist Jens Friebe nicht dafür bekannt, in Speed-Metal-, Battle-Rap- oder Shouter-Manier Textlawinen rauszuhauen – im Gegenteil entwickelt sich der Autor und Songwriter zunehmend zum Chansonier unter den Indie-Elektro-Poppern. Er nimmt sich die Zeit, die Eleganz braucht. Und doch verklingen die feinsten seiner Zeilen viel zu schnell.  Weiterlesen

Lieblingsgäste (25): Alexandra Pilz

PilzAlexandra_PresseIn der Sammlung „Lieblingsgäste“ kommen die Besucher zu Wort und präsentieren ihre Lieblingssätze aus Literatur und Pop. Im 25. Teil stellt Alexandra Pilz ihre Favoriten vor – eine magische Mischung, die Jane Austen, Bright Eyes und Leonard Cohen vereint. Die Münchner Autorin, die am gleichen Tag Geburtstag hat wie Austen, ist Schöpferin einer Jugendbuchreihe, die sich um ein Dorf im Dartmoor dreht („Zurück nach Hollyhill“, „Verliebt in Hollyhill“) und wird im Frühjahr 2016 einen Familienroman veröffentlichen. Wenn sie nicht schreibt, liest sie und wenn sie nicht liest, sieht sie sich TV-Serien an, am liebsten mit Katze auf dem Schoß, wie es sich für eine Schriftstellerin gehört.

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Lieblingsgäste (24): David Gray

Lieblingsgäste_GrayIn der Sammlung „Lieblingsgäste“ kommen die Besucher zu Wort und präsentieren ihre Lieblingssätze aus Literatur und Pop. Im 24. Teil stellt David Gray seine Favoriten vor – eine amerikanisch-poetische Mischung, die James Ellroy, Bruce Springsteen und Albert Camus vereint. Der Autor und Journalist, Jahrgang 1970, lebt in Hamburg, Dublin und Leipzig, wo er Kriminalromane und Filmkritiken schreibt. „Man könnte sagen, ich werde fürs Filme schauen und Bücher lesen bezahlt.“ Im Februar ist von ihm der Thriller „Kanakenblues“ im Pendragon-Verlag erschienen.

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Lieblingsgäste (23): Annie Vollmers

In der Sammlung „Lieblingsgäste“ kommen die Besucher zu Wort und präsentieren ihre Lieblingssätze aus Literatur und Pop. Im 23. Teil stellt Annie Vollmers ihre Favoriten vor – eine nostalgische Mischung, die William Shakespeare, Kurt Tucholsky und Neil Young vereint. „Bücher begleiten mich immer“, sagt die Künstlerin aus Diez. Wenn sie nicht gerade liest oder anderen vorliest, stellt sie Projekte im kulturellen und sozialen Bereich auf die Beine. Ihren eigenen Roman würde sie mit den Worten beginnen: „Sie weigerte sich sich zu beeilen.“

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Mister Blackpool

“Sie wollte keine Schönheitskönigin sein, aber wie das Leben so spielt, war sie gerade dabei, eine zu werden.“

Nick Hornby: Miss Blackpool. KiWi, 2014.

Nick Hornby schafft es immer wieder. Er gehört zur seltenen Gruppe der Autoren, deren Kraft der ersten Sätze nach etlichen Jahren nicht nachlässt. Und was hat der Kultautor bereits für starke Zeilen vorgelegt! Auch der Auftakt seines jüngsten Romans ist eine wahre Schönheitskönigin, und im Unterschied zur Protagonistin, einer jungen Frau mit großen Träumen, dürfte Hornby, ihr Schöpfer, kein Problem damit haben, auf Schönheit reduziert zu werden. Auf sprachliche Schönheit, versteht sich.

Barbara, so heißt die Beinahe-Beauty-Queen aus Blackpool, will unbedingt Karriere im Fernsehen machen. Sie möchte lustig sein und die Sitcoms im England der Sechzigerjahre aufmischen. Das gelingt ihr auch recht gut, wenngleich Hornby witziger ist, als es Barbara je zeigen darf. Und auch wenn er es hier und da etwas übertreibt mit den Perspektivenwechseln, dem Figurenwirrwarr und der drehbuchartigen Dialoginflation, so mag man dem Briten dennoch eine weitere Krone aufsetzen, oder zumindest ein Krönchen. Mister Blackpool, der Schönheitskönig, der auch lustig kann.

Lieblingsgäste (22): Rahel und Sarah

In der Sammlung „Lieblingsgäste“ kommen die Besucher zu Wort und präsentieren ihre Lieblingssätze aus Literatur und Pop. Im 22. Teil stellen Rahel und Sarah ihre Favoriten vor – eine erfrischend verrückte Doppelmischung, die Samuel Beckett und Wang Chung zusammenbringt. Die beiden Autorinnen betreiben den Kurzgeschichtenblog „Clue Writing“, basteln an eigenen Romanen und lieben Bücher über alles. Die Schweizerinnen sind die Ersten, die sich als Duo bei den „Lieblingsgästen“ einreihen.  

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Die beliebtesten Lieblingssätze 2014

Die Lieblingssätze des Jahres stehen fest. Zur Wahl standen die fünfzehn beliebtesten RomananfängeSongzeilen und Fundstücke, die es 2014 ins Museum der schönen Sätze geschafft haben. Bis zum 9. Januar 2015 haben knapp 200 Leser abgestimmt. Überraschung (oder auch nicht): Wolfgang Herrndorfs letzter erster Satz hat mit Abstand gewonnen. Herzlichen Glückwunsch. In memoriam Schreibgenie.   Weiterlesen