Lieblingsgäste (31): Stefan Rescheisen

Lieblingsgäste_RescheisenIn der Sammlung „Lieblingsgäste“ kommen die Besucher zu Wort und präsentieren ihre Lieblingssätze aus Literatur und Pop. Im 31. Teil stellt Stefan Rescheisen seine Favoriten vor – eine markige Mischung, die Hermann Hesse und die Band Ween vereint und auch vor Dialekt nicht Halt macht. Der Literaturfreund war zehn Jahre lang Offsetdrucker und hat Bücher für namhafte Verlage hergestellt. Über sich sagt er: „Ich schreibe selbst humorvolle Mails (früher Briefe) an Freunde und Freundinnen, zu Themen, die mich bewegen, antreiben und lebendig halten.“   Weiterlesen

Im Anfang das Ende, im Ende ein Anfang

„Ich kenne den Tod schon lange, doch jetzt kennt der Tod auch mich.“

Benedict Wells: Vom Ende der Einsamkeit. Diogenes, 2016.

Im ersten Satz zweimal vom Ende zu schreiben, vom Ende aller Enden noch dazu, kommt einem Befehl zum Weiterlesen gleich. Hier bewegt sich einer in einer Zwischenwelt, dem Tod so nah, zu jeder Zeit. Und doch am Leben, immer noch. Wer ist dieser Mann, der einen Motorradunfall gerade so überlebt hat und nun zurückblickt bis zur Kindheit, dem Moment, als er zur Waise wurde? „Vom Ende der Einsamkeit“ heißt der Roman, ein Drama voller Schwere, erstaunlich leichtfüßig erzählt. So melancholisch und traurig und doch voller Hoffnung. Weiterlesen

Per Anhalter durch die Spiralarme im Romankosmos

„Weit draußen in den unerforschten Einöden eines total aus der Mode gekommenen Ausläufers des westlichen Spiralarms der Galaxis leuchtet unbeachtet eine kleine gelbe Sonne.“

Douglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis. Heyne, 2009 (Original von 1979).

Die Frage ist doch die: Was können Autoren tun, um die unerforschten Einöden der Gähngalaxis zu verlassen und ihre ersten Sätze strahlen zu lassen wie eine nie aus der Mode kommende kleine gelbe Sonne? Die Antwort – wenn schon nicht 42 – verrät der Schöpfer der schönsten Spiralarme im Romankosmos selbst: Von der BBC nach der Uridee zu seinem Werk befragt, soll Douglas Adams (1952 bis 2001) geantwortet haben: „Die Idee für den Titel kam mir, als ich im Jahr 1971 betrunken auf einem Feld in Innsbruck, Österreich, lag. Nicht richtig betrunken, gerade die Art von betrunken, wenn Sie ein paar steife Gösser trinken, nachdem Sie an zwei aufeinanderfolgenden Tagen nichts gegessen haben.“ Weiterlesen

Lieblingsgäste (30): Terence Horn

terence-horn_72In der Sammlung „Lieblingsgäste“ kommen die Besucher zu Wort und präsentieren ihre Lieblingssätze aus Literatur und Pop. Im 30. Teil stellt Terence Horn seine Favoriten vor – eine rohe Mischung, die Charles Bukowski, die Wave-Grenzensprenger Shock Therapy und eigene Zeilen vereint. Der Selfmade-Autor aus Stuttgart bezeichnet sich als Freibeuter und Hobbygärtner. Kürzlich ist sein Roman „Lucia – Mein liebster Wahnsinn“ erschienen, über den er schreibt: „wild, Sexy und kein bisschen betäubungsmittelfrei.“ Weiterlesen

Die beliebtesten Lieblingssätze 2015

Hurra und Tusch, die Lieblingssätze des Jahres stehen fest. Die Liste der beliebtesten Romananfänge und Songzeilen, die 2015 im Museum der schönen Sätze aufgenommen und dokumentiert wurden, ist eine zeitgenössische deutsch-britische Mischung. Die Platzierung ergibt sich aus den Bewertungen in den Social-Media-Kanälen und im Blog. Die besten (Internet-)Fundstücke sind extra notiert. Vielen Dank an dieser Stelle für das motivierende Feedback und den regen Austausch der Museumsbesucher, Facebook-Fans und Twitter-Follower. Auf ein neues Jahr voller inspirierender Wörterminiaturen!
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Lieblingsplatten 2015

Subjektiv. Unvollständig. Ehrlich. Hier die persönliche Top Ten mit meinen Lieblingsplatten 2015. Ein paar davon haben es mit ihren Songzeilen ins Museum der schönen Sätze geschafft. Hörenswert sind sie alle. Sätze wie Platten.

  1. Bilderbuch: Schick Schock
  2. Libertines: Anthems For Doomed Youth
  3. Blur: The Magic Whip
  4. Carl Barat And The Jackals: Let It Reign
  5. Royal Blood: Royal Blood
  6. Deichkind: Niveau weshalb warum
  7. Herrenmagazin: Sippenhaft
  8. Mumford & Sons: Wilder Mind
  9. Madsen: Kompass
  10. Muse: Drones

Lieblingsbücher 2015

Subjektiv. Unvollständig. Ehrlich. Hier die persönliche Top Ten meiner Lieblingsbücher, die ich 2015 gelesen habe. Einige davon haben es mit ihren ersten Sätzen ins Museum der schönen Sätze geschafft. Lesenswert sind sie alle. Sätze wie Bücher.

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1. Vea Kaiser: Makarionissi
2. Heinrich Steinfest: Das grüne Rollo
3. Robert Seethaler: Jetzt wirds ernst
4. Robert Seethaler: Die weiteren Aussichten
5. Robert Seethaler: Die Biene und der Kurt
6. Thees Uhlmann: Sophia, der Tod und ich
7. Irvine Welsh: Das Sexleben siamesischer Zwillinge
8. Joachim Lottmann: Happy End
9. Daniel Glattauer: Geschenkt
10. Einzlkind: Billy

  • Klassiker des Jahres: Truman Capote: Frühstück bei Tiffany
  • Sachbuch des Jahres: Michael Althen: Liebling, ich bin im Kino!

Bademeister mit Philosophie-Diplom

„Ich schwimmte, schwamm und schwomm, endlich bin ich angekommen.“

Dendemann: „Endlich Nichtschwimmer“ (0:50), auf: Die Pfütze des Eisbergs (2006)

Fehler macht jeder „in diesem Freibad, das sie Leben nennen“. „Manche schwimmen mit, manche gegen den Strom, doch ich frag: Schwimmen wir noch oder leben wir schon?“ Ein Tiefseetaucher im Wörtermeer ist dieser Dendemann aus Hamburg, ein Surf-Freak im Fluss der wildesten Reime, ein Bademeister mit Philosophie-Diplom. Denn mal ehrlich: Wer Grammatikfehler als Metaphern für das Scheitern und Strampeln gebraucht, so klangvoll, verspielt und raffiniert, der hat das Leistungsschwimmabzeichen für Rapper überhaupt nicht nötig. Den macht so schnell keiner nass, rein sprachlich gesehen. Kein Wunder bei Zeilen wie diesen:

Ich bin kein Rapper, nur ein Bluessänger auf Abwegen,
bin kein Rebell, nur ein Fußgänger auf Radwegen.
Bin kein hartnäckiger Wadenbeißer,
bin kein Freischwimmer, ich bin Bademeister.

Lieblingssätze in der Journalisten-Werkstatt

Hurra, die geschätzten Kollegen mögen Lieblingssaetze.de! Für das Heft „Journalisten Werkstatt – Wie Sätze wirken II“ (liegt unter anderem dem Medium Magazin bei) durfte ich meine Liebe zum ersten Satz ergründen und das Museum der schönen Sätze vorstellen. Für eine Würdigung der hübschesten Wörterminiaturen im vergangenen Jahr war ebenfalls noch Platz.  Weiterlesen

Lieblingsgäste (29): Susanne Schwarz

Susanne SchwarzIn der Sammlung „Lieblingsgäste“ kommen die Besucher zu Wort und präsentieren ihre Lieblingssätze aus Literatur und Pop. Im 29. Teil stellt Susanne Schwarz ihre Favoriten vor – eine sinnliche, wortwörtlich wundervolle Mischung, die den Bogen von Michelangelo bis Titus Müller und Marteria schlägt. Die Psychotherapeutin ist Malerin und vielseitige Selfmade-Autorin. Von ihr sind Sachbücher, ein Bilderbuch und der Gedichteband „Ein Achtel Abenteurerin“ erschienen. Ihr persönlicher Lieblingssatz lautet: „Ich lerne noch.“

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